Die Möglichkeiten der Stuhlanalytik

Wir arbeiten mit den grössten und fortschrittlichsten Laboren für Stuhlanalytik im kostenlose Darmsprechstunde im discover-health.center in Freienbachdeutschsprachigen Raum zusammen und zeigen Ihnen im folgenden, was es da aus einer einfachen Stuhlprobe so alles zu erkennen gibt. Wenn auch Sie so etwas durchführen möchten, ist das sehr einfach: zuerst eine kostenlose Darm-Sprechstunde bei uns, in der wir bestimmen, was Sinn macht, bei Ihrem Beschwerdebild zu messen. Sobald die Ergebnisse der Stuhlanalyse vorliegen, gehen wir gemeinsam die Therapie an.

1. Basisprofil Darm:

1.1 Florastatus:

Bildschirmfoto 2016-05-14 um 17.19.31Es leben unvorstellbar viele Bakterien in unserem Darm, fast 1000g Bakterien! Im Florastatus bekommen wir einen Einblick in die Hauptgruppen der Bakterien: Fäulnisflora und Säuberungsflora, besiedelt von aeroben und anaeroben Bakterien. Eine gute, residente Bakterien sind: Lactobazillus, Bifidobacterium oder auch Escheria coli. Diese schützen den Darm, helfen bei der Verdauung und stärken das Immunsystem des Darms.

Auch gibt es schlechte, pathogene Bakterien, die wir nur bis zu einem bestimmter Menge haben sollten, ansonsten schädigen Ihre Toxine unseren Körper, insbesondere die Leber. Einige Beispiele sind Klebsiellen, Enterobacten und Clostridien.

1.2 Pilze:

Es siedeln sich auch einige Pilze im Darm an, insbesondere die Schimmelpilz oder die Candida-Pilze. Diese sind eigentlich normal, aber in höheren Mengen können sie vor allem wiederkehrende Scheidenpilze oder Blasenentzündungen auslösen, aber auch Migräne, Durchfall, Blähungen etc.

1.3 Entzündungswerte:

Unsere Darmschleimhaut kann sich entzünden und Immunzellen können austreten. Dieses können wir messen anhand der Alpha-1-Antitrypsin und Calprotectins. Auch hilft uns das sekretorisches Immunglobulin A (sIgA) zu verstehen, wie es um die erste Verteidigungslinie der Darmschleimhaut steht.

1.3 Verdauungsrückstände:

In der Stuhlprobe können wir messen, ob noch Reste vom Eiweiss, Stärke oder Protein unserer Nahrung enthalten sind. Eigentlich sollten sie ja fast aufgenommen werden – deshalb essen wir ja auch… Manchmal kann es aber sein, dass sie nicht richtig verdaut werden. Das stellt dann ein Futter für die schlechten Darmbakterien dar – und diese vermehren sich weiter. Oder aber wir bekommen Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall. Gründe für schlechte Verdauung sind: ungenügenden Menge an Magensäure, zu wenig Verdauungsenzyme oder zu hoher pH-Wert, weil die Verdauungsenzyme besser im sauren Milieu arbeiten.

2. Zusätzliche Untersuchungen je nach Bedarf

2.1 Löcher im Darm (Leaky Gut):

Bildschirmfoto 2016-05-14 um 17.44.35Das Protein Zonulin reguliert die Tight junctions, die „Schleusen der Schleimhaut“: es öffnet oder schliesst die Kanäle zwischen Darm und Blut. Das sorgt dafür, dass unsere zerkleinerte Nahrung (also die Eiweisse, Fett und Kohlenhydrate) auch aufgenommen werden kann ins Blut und zur Leber transportiert werden.

Wenn sich diese Schleusen öffnen, bekommen wir Löcher im Darm: in der Fachsprache nennt man das Phänomen „leaky gut„. Nun können Sachen ins Blut gelangen, die dort eigentlich nicht hin sollten, und so Allergien oder auch Autoimmunerkrankungen auslösen.

2.3 Gluten-Probleme:

Hier kann man messen, ob man Antikörper gegen Gliadin oder Transglutaminase hat, also gegen bestimmte Proteine des Gluten. das zeigt uns, ob wir eine Intoleranz bzw. Unverträglichkeit gegen Gluten haben (bei Gliadin-Antikörpern) oder sogar die Autoimmunkrankheit Zöliakie (bei  Transglutaminase-Antikörpern) haben.

Im diesem Fall zerstören unsere Immunzellen unsere eigenen Darmschleimhaut: unsere Darmwand flacht ab und die entzündet sich. Bei einer Intoleranz jedoch bekommen wir es meistens nicht mit, dass unser Körper kein Gluten vertragen kann: es kann sich in Depressionen, Autismus, etc. äussern.

Diese Market zeigen uns aber nicht, ob wir eine Gluten-/Weizen-Allergie haben. Das muss man einen Allergietest machen (siehe unter 4.).

2.4 Histamin-Probleme:

Histamin ist einer der Botenstoffe, der bei Entzündungen freigesetzt wird und zur Anschwellung des Gewebes führt und die Gefässe erweitert. Das ist eine ganz „normale“ Substanz: so kann der Körper Histamin z.B. selber bilden in den Mastzellen (Immunzellen-Art) aus der Aminosäure Histidin; das geschieht als Abwehrreaktion bei Allergien und Asthma. Der Körper baut es danach ab dank verschiedener Enzyme, wie z.B. Diaminooxidase (DAO).

Beschwerden durch DAO-Mangel oder Histamin-Überschuss:

Problematisch wird es einerseits, wenn der Körper das Histamin nicht komplett abbauen kann bei Vorliegen eines DAO-Mangels: die echte Histamin-Intoleranz. Der Körper kann nicht ausreichend DAO produzieren, sei es genetisch bedingt, oder weil es ein Mangel an Kupfer, Zink, Vitamin B6 oder C vorliegt, oder weil Pharmaka oder Alkohol die Produktion von DAO beeinträchtigen .

Bildschirmfoto 2016-05-15 um 07.27.34Andererseits gibt es Probleme und Beschwerden, wenn zuviel Histamin anfällt, die sogenannte Pseudo-Histaminose.  Hier spielt zum einen die Ernährung eine grosse Rolle: Lebensmittel mit hohem Histamin-Gehalt oder solche, die viel Histamin im Körper freisetzen.

Zum anderen können aber auch die Darmbakterien Schuld sein: wenn Proteine nicht gut genug verdaut werden, nutzen einige Arten von Fäulniss-Bakterien dies als Futter, um Histamin zu produzieren.

Beschwerden mit Histamin können sich auf vielfältige Art äussern, wie z.B. durch Cephalgie, Migräne, Schwindel, Flush (Erröten bei Alkoholgenuss), Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, etc.

In der Stuhlanalyse können wir nun bestimmen, ob zuviel Histamin im Stuhl vorliegt, ob die Proteine gut genug verdaut werden und ob es Histamin-bildene Bakterien gibt. Aufgabe unserer Therapeuten ist es dann, gemeinsam mit dem Klienten herauszufinden, warum das der Fall ist und was deshalb zu tun ist.

2.5 Parasiten:

Bei Verdacht auf Parasiten-Befall empfiehlt sich eine parasitoligische Stuhluntersuchung: so kann man z.B. folgende Parasiten nachweisen: Amöben, Lamblien, Trichuris, Bandwürmer, etc.  Dies ist aber nur möglich, wenn sie sich nicht alle verstecken.

3. Mikrobiom-Analyse:

Hier tauchen wir nun in die kleinen Untergruppen der Darm-Bakterien ein und analysieren oder sequenzieren diese. Die Zukunftsanalysen sind Mikrogenetische Analysen, die uns seit kurzem diese Einblicke zu preis-werten Möglichkeiten bieten.

3.1 Firmicuten-Bacteriodetes-Ratio

Die beiden dominierenden Bakteriengruppen im Darm sind die Firmicuten und Bacteroidetes mit über 90%. Entscheidend ob wir dick werden ist jedoch das Verhältnis dieser beiden Bakterienstämme. Ein hoher Anteil der Firmicuten führt zu einem deutlich erhöhten Risiko für Übergewicht und Adipositas.

3.2 Mukosaprotektive Flora

Ein Ungleichgewicht an spezifischen Darmbakterien kann zu vermehrt auftretenden Schädigungen der Darmschleimhaut führen. Die Keime Akkermansia muciniphila und Faecalibacterium prausnitzii steuern dieser Entwicklung entgegen: Akkermansia muciniphila ist zuständig für die Produktion von hoch-viskösem Schleim (Mucus) und trägt mit dieser Schleimschicht zur Stärkung der Darmbarriere bei, sodass fremde Keime, aber auch Toxine die Darmschleimhaut nicht überwinden und in die Blutbahnen gelangen können. Faecalibakterium prausnitzii hingegen ist in der Lage, spezielle Fettsäuren zu produzieren, u.a. die Buttersäure (= Butyrat), die anti-entzündliche Eigenschaften hat, aber vor allem auch die Darmschleimhaut mit Energie versorgt und so die „tight junctions“ stärkt.

3.3 Clostridien-Diagnostik

Clostridien sind gram-positive Bakterien, die hitze-resistente Sporen bilden können. Es gibt pathogene und apathogen Typen: einige schaden uns und einige nicht. Die pathogenen Keime können z.B. Tetanus, Botulismus oder Gasbrand auslösen, die anderen helfen uns bei der Verdauung. Durch mikrobiologische Untersuchung kann man herausfinden, welche Typen von Clostridien man in zu hohem Ausmass hat

3.4 Komplette Mikrobiom-Analysen

Der Gold-Standard ist die komplette Mikrobiomsequenzierung an. Es ermöglicht Aussagen über die Diversität, also die Bakterienvielfalt im Darm, die einen wesentlichen Träger der Kolonisationsresistenz darstellt und Schutz vor endogenen Infektionen bietet. Erfasst wird auch der Enterotyp mit den daraus resultierenden Folgen für die Resorption von Vitaminen und Mineralien. Die Mikrobiomanalyse beinhaltet über 200 Parameter, von denen besonders relevante ausgewertet und zu einem Befund herangezogen werden.

Goldstandard-mikrobiom-biovis-musterbericht

4. Tests auf Allergien und Intoleranzen:

4.1 Allergietest:

Zur Bestimmung von Allergien genügt die Stuhlprobe nicht, sondern benötigen wir eine Blutprobe. Aber keine Angst: das geht schon mit Kapillarblut – also keine Blutabnahme notwendig, und so ist es einfach durchzuführen! So können Nahrungsmittel-Allergene herausgefunden werden oder auch Reaktionen auf Hausstaub, Pollen etc. Am Anfang steht der Screen-Test, um möglichst effizient die Problemauslöser einzugrenzen.

4.2 Lactose-Intoleranz:

Die labor-analythische Bestimmung einer Lactose-Intoleranz erfolg mithilfe von eines sogenannten H2-Atemtest, auch Wasserstoff-Atemtest genannt. Bei diesem Test misst der Therapeut den Wasserstoffgehalt (H2) der Ausatemluft. Anhand der Messergebnisse kann er beurteilen, ob eine Nahrungsmittelunverträglichkeit z.B. gegenüber Laktose, vorliegt. Dieser Test ist einfach durchzuführen: es muss eine Flüssigkeit getrunken werden und dann in gewissen Abständen immer wieder die Atemluft messen durch Pusten in ein Röhrchen.

Warum funktioniert die Messung? Dazu muss man wissen, dass Laktoseintolerante Personen das Enzym Laktase nicht mehr ausreichend produzieren, sodass die mit der Nahrung aufgenommene Laktose ungespalten in den Dickdarm rutscht. Die im Dickdarm lebenden Bakterien vergären die Laktose, wobei u.a. Wasserstoff entsteht. Dieser wandert durch die Darmwand, wird mit dem Blut zur Lunge transportiert und dann abgeatmet – und gemessen.

4.3 Fructose-Intoleranz:

Der H2-Atemtest oder Wasserstoff-Atemtest kann auch zur Diagnose verschiedener anderer Nahrungsmittelunverträglichkeiten herangezogen werden, wie z.B. der Fruktosemalabsorption. Hauptsächliche Symptome sind Blähungen oder wiederkehrende Durchfälle, aber auch depressive Zustände, Schlafstörungen und Migränesymptome. Ähnlich wie bei der Lactose-Intoleranz wird der Zucker Fruktose nicht komplett aufgespalten und gelangt in den Dickdarm, wo ihn dort Bakterien vergären und u.a. Wasserstoff entsteht.

Wenn auch Sie Ihren Beschwerden auf den Grund gehen möchten und eine Stuhlanalyse durchführen möchten, ist das sehr einfach: machen Sie einen Termin für eine kostenlose Darm-Sprechstunde bei uns, in der wir bestimmen, was Sinn macht zu messen bei Ihrem Beschwerdebild. Das können wir bei uns in Freienbach (SZ) oder telefonisch / Skype / Facetime machen, ganz bequem von zuhause. Sobald die Ergebnisse der Stuhlanalyse vorliegen, gehen wir gemeinsam die Therapie an.

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