BIST DU SAUER?
Der Säure-Base-Haushalt & basische Lebensmittel

Mit dieser provokativen Frage ist ausnahmensweise mal nicht Ihr Gemützsustand gemeint, sondern der Säure-Base-Haushalt. In letzter Zeit hört man immer wieder: „Wir ernähren uns jetzt basisch!“ oder „Ich bin übersäuert.“ Aber was genau bedeutet dies eigentlich, und warum ist ein ausgeglichener Säure-Base-Haushalt so wichtig?

Säure-Basen-Haushalt, basische Lebensmittel und ErnährungIn den traditionellen Heilverfahren, wie der ayurvedischen Lehre oder der europäischen Naturheilkunde ist die Behandlung von Störungen des Säure-Base-Haushaltes bei chronischen Erkrankungen schon seit langem fest verankert. Heutzutage sind die empirischen Erkenntnisse dieser Lehren auch wissenschaftlich belegt.

Saure & basische Lebensmittel

In unserer heutigen Ernährung ist zum einen der Anteil der sauren Lebensmittel, wie z.B. Fleisch und Milchprodukte sehr hoch. Andererseits fehlt dem Körper die Fähigkeit, diesen Säureüberschuss zu neutralisieren. Man möge es kaum glauben, aber die Unfähigkeit des Körpers, die Säuren zu neutralisieren, liegt an einem steigenden Nährstoffmangel. Ja wir haben zwar einen Überfluss an Nahrung, aber die Qualität der darin enthaltenen Nährstoffe sinkt und führt zu Mangelerscheinungen. Basische Lebensmittel sind vor allem durch einen hohen Gehalt an Mineralstoffen gekennzeichnet. Je höher der Gehalt an diesen Mineralien, desto größer ist die basische Wirkung. (Hier finden Sie noch einen interessanten Artikel und eine nützliche Säure-Basen-Tabelle)

Daneben beeinflussen auch Umweltgifte, Stress, Krankheit und Medikamente unseren Säure-Basen-Haushalt negativ.

Ist das Säure-Basen-Gleichgewicht auf Dauer gestört und fehlen Mineralsalze, werden zunehmend die Säuren im Bindegewebe und anderen Körpergeweben abgelagert. Im Volksmund nennt man dies Verschlackung.

Sauer macht nicht nur lustig, sondern vor allem …

Symptome einer Übersäuerung sind zum Beispiel Müdigkeit, Lustlosigkeit, Konzentrationsstörungen, geringe Belastbarkeit, Gelenkprobleme, Rückenschmerzen, häufige Infekte, Gereiztheit, schlechte Durchblutung oder auch kalte Hände und Füße.

Auch Cellulite und Haarausfall stehen im Zusammenhang mit einer Übersäuerung. Ein wichtiges Problem, das mit Übersäuerung in Verbindung gebracht wird, ist Osteoporose. Der Einfluss des Säure-Base-Gleichgewichtes auf Osteoporose ist viel viel größer, als der Einfluss eines niedrigen Östrogen-Spiegels, wie er ab den Wechseljahren zu finden ist. Ist der Säure-Base-Haushalt in Balance, so hat ein niedriger Östrogen-Spiegel ab den Wechseljahren keinen Effekt bezüglich Osteoporose.

Die häufigsten Irrtümer über den Säure-Base-Haushalt

  1. Überschwemmen sauer schmeckende Lebensmittel, vor allem saure Früchte, den Körper mit Säure?

    Das kennt jeder: Beißt man in eine Zitrone, zieht sich im Mund alles zusammen, weil sie so sauer ist. Aber die reichlich in Obst enthaltenen basischen Mineralstoffe unterstützen den Säureabbau. Insgesamt haben Früchte, auch Zitronen, deswegen eine basische Wirkung. Dagegen sind Brot- und Backwaren, Fleisch und Milchprodukte säurebildend wegen dem hohen Eiweißanteil. In sogenannten PRAL-Tabellen finden Sie Überblick darüber, wie basisch bzw. wie sauer einzelne Nahrungsmittel sind. Diese Tabellen helfen, die richtigen Nahrungsmittel auszuwählen.

  2. Die Milch macht’s – macht’s die Milch? Stärken Milchprodukte die Knochen?

    Richtig ist, daß wer für starke Knochen sorgen will, sich kalziumreich ernähren sollte. Als klassische Quelle für diesen Mineralstoff gelten Milchprodukte. Das Problem mit ihnen ist jedoch, daß sie viel Eiweiß enthalten. Bei der Verdauung und Verstoffwechslung von Eiweiß entstehen im Körper große Mengen an Säuren. Um dann die überschüssige Säuren zu neutralisieren, benötigt der Körper wiederum Mineralien wie Kalzium – die er dann aus den Knochen abzieht. Somit helfen Milchprodukte also nicht Osteoporose zu verhindern, sondern schaden der Knochendichte, weil diese sinkt statt zu steigen.

  3. Hilft eine kalorienreduzierte Diät nicht nur beim Gewicht, sondern auch bei der Entsäuerung?

    Leider nein: Beim Abbau der Fettpölsterchen werden sogenannte Ketonsäuren gebildet. Diese sind sauer, verstärken die Übersäuerung des Körpers und beeinträchtigen damit das Wohlbefinden. Tipp: bei einer  kalorienreduzierten Diät begleitend für basische Mineralstoffe (basische Lebensmittel) sorgen, vor allem in Form von viel Gemüse.

  4. Der Blut-pH-Wert ist im normalen Bereich. Zeigt das, daß mein Körper eine Übersäuerung selbst problemlos reguliert?

    Damit unser Stoffwechsel effektiv arbeiten kann, muss der pH-Wert im Blut in sehr engen Bereichen konstant gehalten werden. Dafür sorgen verschiedene Puffermechanismen: So werden überschüssige Säure mit Hilfe basenbildender Mineralstoffe neutralisiert. Führt man seinem Körper nicht genügend Basen zu oder stresst man den Körper zu sehr, dann gerät das System an seine Grenzen. Selbst wenn der pH-Wert im Blut noch im Normbereich liegt, können die Puffersysteme erschöpft sein und sich Gesundheitsprobleme zeigen.

  5. Kann ich eine Übersäuerung mit Teststreifen über den Urin nachweisen?

    Im Fachhandel sind Urin-Teststreifen erhältlich, die mit einer Farbänderung den pH-Wert des Urins messen. Zwar steht Rot für einen hohen Anteil an Säure. Aber dieser eine Wert ist nur bedingt aussagekräftig: Er schwankt im Verlauf des Tages stark. Über den normalen Urin-pH-Wert lässt sich KEINE Aussage über eine mögliche Übersäuerung des Körpers machen. Es muss die Pufferkapazität des Körpers bestimmt werden, um z.B. eine effektive Osteoporoseprophylaxe zu erreichen.

Richtig messen, nicht raten – mit dem Säure-Base-Test nach Sander

Der Säure-Basen-Test nach Sander ist da viel aussagekräftiger, da er genau diese Pufferkapazität bestimmt. Entsprechend einem genauen Protokoll sammelt man zu festgelegten Uhrzeiten 5 Harnproben: um 6, 9, 12, 15 und 18 Uhr, wichtig dabei ist, daß die Mahlzeiten zu festen Zeiten jeweils nach der 6 Uhr-, der 12 Uhr- und der 18-Uhr-Urinabnahme eingenommen werden. Im Labor erfolgt dann neben der Messung der pH-Werte eine Bestimmung der Pufferkapazität in den fünf Harnproben.

Somit ergeben sich 2 wichtige Aussagen:

  1. Wie stark ist die Übersäuerung des Körpers?
  2. Wie gut funktionieren noch die Puffersysteme?
Die Frage nach dem WARUM bzw. WAS NUN….

Die Aufgabe unserer Therapeuten für Ganzheitsmedizin (kPNI) ist es nun herauszufinden, was die Ursachen für die Übersäuerung bei Ihnen sind und welche körperlichen Probleme hierauf zurückzuführen sind.

Sind die Ursachen analysiert und die Laborergebnisse ausgewertet, hilft der Therapeut, einen individualisierten Maßnahmenkatalog mit Ihnen gemeinsam zu erstellen, um Ihr Gleichgewicht wieder herzustellen. Damit auch Sie schnell wieder fit und munter sind.

Jetzt Termin vereinbaren unter in der Online-Agenda oder per Tel. 055 534 76 43 oder per E-mail an info@discover-health.center.

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