Kopfschmerzen & Migräne erfolgreich behandeln

Allgemeines

Kopfschmerzen sind mit die häufigsten Beschwerden, die uns zum Arzt führen. Nach einer WHO-Studie von 2012 leiden weltweit 47 % der Erwachsenen daran. Doch nicht nur Erwachsenen leiden  unter Kopfweh, mittlerweile klagen auch immer häufiger bereits Kinder und Jugendliche über Kopfweh.

Bis heute sind über 200 Arten von Kopfschmerzen klassifiziert worden. Eine Einteilung erfolgt anhand der Ursachen und der Symptome. Wir können grundsätzlich 2 Klassen unterscheiden: zum einen die primären bzw. idiopathischen, zum anderen die sekundären bzw. symptomatischen Kopfschmerzen.
Die meisten Arten lassen sich durch eine genaue Anamnese diagnostizieren. Dabei geben uns der Schmerzcharakter, die genaue Lokalisation, die Dauer, Begleitsymptome und mögliche Auslöser die Richtung vor.

Primäre bzw. idiopathische Kopfschmerzen

Dabei handelt es sich um eigenständige Erkrankungen bzw. Beschwerden, denen keine andere Grunderkrankung zu Grunde liegt. Sie werden als idiopathisch bezeichnet, weil die einzelnen Ursachen bis heute nicht genau geklärt sind. Die primären Kopfschmerzen machen rund 90 % der gesamten Kopfschmerzformen aus.

Die internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) unterteilt diese Beschwerden in 4 Gruppen:

  1. Migräne
  2. Spannungskopfschmerzen
  3. trigeminale autonome Kopfschmerzen
  4. andere primäre Kopfschmerzen

1. Migräne

Bei Migräne handelt es sich meist um einen einseitigen, pulsierenden, mittel bis starken Kopfschmerz. Er kann mit und ohne Aurasymptomatik (Sehstörungen und/oder Wahrnehmungsstörungen) auftreten und wird häufig durch körperliche Anstrengung verstärkt. Die Migräne beginnt oft anfallsartig und wiederholt sich mit unter regelmäßig. Begleitend können Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und sogar neurologische Ausfälle wie Sehstörungen auftreten. Frauen leiden 3 mal häufiger unter Migräne als Männer.

Ursachen und Symptome der Migräne

Die genauen Ursachen sind zur Zeit noch nicht vollständig geklärt. Unterschiedliche Erklärungsmodelle passen jedoch z.T. zu den verschiedenen Migränevarianten.

Bei der vaskulären Hypothese nimmt man an, das eine Fehlregulation der Blutgefässe innerhalb des Gehirns verschiedene Schmerzrezeptoren beeinflusst und somit die Migräne aktiviert.

Die Übererregbarkeitshypothese vermutet eine Überempfindlichkeit bzw. Übererregbarkeit der Neuronen im Bereich der Sehrinde (okzipitaler Kortex) und spezifischer Nervenkerne im Gehirn. Durch diese Hypothese kann die Aurasymptomatik gut begründet und erklärt werden.

Bei der neurogenen Entzündungshypothese geht man von Entzündungsgeschehen und einer gestörten Blut-Hirn-Barriere aus, die zu Ödemen und somit zu den Beschwerden führen kann.

Auslösende Faktoren für Migräneanfall sind:

  • Stress
  • Schlafmangel, Schlafstörungen bzw. gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus
  • bei Entlastung nach stressiger Phase, z.B. am Wochenende oder zu Beginn der Ferien
  • v.a. bei Frauen hormonelle Änderungen (mentruelle Migräne)
  • Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel
  • gefässerweiternde (vasodilatative) Stoffe, wie z.B. Histamin

Unterschied zwischen Ursachen und Auslösenden Faktoren bei Migräne

Prof. Dr. Hartmut Göbel (Spezialist für Migräne und Kopfschmerzen) erklärt in seiner „neurologischen-verhaltensmedizinischen Migränetheorie“ 2012, dass beim Migränepatienten eine angeborene (genetische) Besonderheit der Reizverarbeitung im Gehirn besteht, es steht ständig unter Hochspannung. Wenn nun bestimmte auslösende Faktoren (sogenannte Triggerfaktoren) zu schnell, zu plötzlich, zu lange oder zu intensiv kommen, wird beim Migräneerkrankten eine Kaskade in Gang gesetzt, die letztlich den Migräneanfall ausmacht.

Kopfschmerzen Tinnitus Migräne2. Spannungskopfschmerzen

Der Spannungskopfschmerz ist meist ein leichter bis mittlerer Kopfschmerz im Bereich der Schläfen oder des ganzen Kopfes mit ziehenden bzw. drückendem Charakter, der sich bei körperlicher Belastung nicht verstärkt. Vegetative Begleitsymptome wie bei der Migräne treten eher selten auf. Es wird zwischen episodischen (mindestens 10x jedoch weniger als 180 Tage im Jahr) und chronischen (mindestens 15 x pro Monat) Spannungskopfschmerz unterschieden.

Ursachen für Spannungskopfweh

Auch hier sind die Ursachen wie so oft ungeklärt. Folgende multifaktorielle Ursachen werden diskutiert:

  • verspannter Nackenmuskulatur
  • Stress
  • Infekte
  • verspannter Kaumuskulatur
  • Zähneknirschen

3. trigeminale autonome Kopfschmerzen

Trigeminale autonome Kopfschmerzen (TAK) sind starke bis stärkste Kopfschmerzen, die vor allem im Bereich des Trigeminus Nervs lokalisiert sind und z.T. mit vegetativen Symptomen, wie z.B. Schwitzen, Tränen von Augen und Nase und Rötung, einher gehen können. Sie unterscheiden sich vor allem durch ihre Schmerzlokalisation, Schmerzstärke, Dauer und Häufigkeit.

Der Clusterkopfschmerz

Der episodisch auftretende Cluster-Kopfschmerz ist in dieser Gruppe der wohl bekannteste. Er charakterisiert sich durch ein strenges, einseitiges Auftreten hinter der Augenhöle (retroorbital), durch einen extrem bohrenden Schmerz, ausgeprägte vegetative Symptome und eine sehr hohe Häufigkeit der Anfälle.

Auch in diesen Fällen sind die genauen Wirkmechanismen und Ursachen bisher nicht bekannt.
Sekundäre bzw. symptomatische Kopfschmerzen

Sekundäre bzw. symptomatische Kopfschmerzen

Als sekundäre oder symptomatische Kopfschmerzen werden Beschwerden bezeichnet, die die Folge einer Grunderkrankung oder einer anderen Gesundheitsstörung sind. Sie machen nur ca. 10% aller Kopfschmerzarten aus. Da die Kopfschmerzen Symptome einer Grunderkrankung sind, verschwinden diese Beschwerden bei korrekter Behandlung wieder.

Ursachen

  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Zahnentzündungen
  • Hirnhaut- oder Stirnhöhlenentzündungen
  • Infektionen
  • Bluthochdruck
  • Medikamentenübergebrauch (vor allem zu viel und zu regelmäßiger Gebrauch von Schmerzmitteln bzw. Schlafmitteln)
  • u.v.a.m

Was schmerzt genau im Kopf?

Kopfweh egal welcher Art und welcher Ursache sind letztendlich Schmerzen der Hirnhäute (Dura mater). Die Hirnhäute sind eine bindegewebige Schicht innerhalb des Schädels, die das Gehirn umschliessen und schützt. Sie sind gut durchblutet, von Nervenfasern versorgt, gewährleisten die Versorgung des Gehirns und stellen eine Kommunikationsschnittstelle zwischen dem Gehirn, dem Schädel und dem Rest des Körpers dar.

Jetzt denken Sie bestimmt, wie kann ich mir das schon wieder vorstellen! Stellen Sie sich vor, Ihre Nackenmuskulatur ist total verspannt, und Sie haben aufgrund dieser Ursache die Tendenz zu Spannungskopfschmerz. Jetzt kommt noch eine Menge Stress auf der Arbeit hinzu und voilà, Sie haben Ihre Spannungskopfschmerzen.

Was passiert nun im Körper?!

Ihre Nackenmuskeln setzen außen am Schädelknochen, genauer am Hinterhaupt an und ziehen kräftig. Durch diesen Zug wird die gut ausbalancierte Spannung der Hirnhäute im Inneren des Schädels gestört. Eigentlich ist diese bindegewebige Schicht in der Lage, sich mechanischen Belastungen und Beanspruchungen anzupassen, doch durch Stress oder andere Faktoren können sich die Hirnhäute nicht anpassen, die Versorgung des Gehirns ist beeinträchtigt und die Hirnhaut fängt an zu reklamieren. Dieses Reklamieren nehmen wir dann in diesem Fall als Spannungskopfschmerz wahr.

Die Funktion der Hirnhäute kann ebenfalls durch eine Entzündung im Gehirn gestört werden. Bei der Migräne betreffen die Entzündungen meistens die Blutgefässe innerhalb der Hirnhäute. Dies kann zu kleinsten Schwellungen innerhalb der Hirnhaut führen, was wiederum Schmerzen verursacht. Achtung: dies ist nicht zu vergleichen mit lebensbedrohlichen Schwellungen innerhalb des Schädels, wie bei einer Schädelverletzung.

Diese Entzündungen können auch durch Hormone, wie z.B. das weibliche Geschlechtshormon Östrogen, durch Histamin, wie bei einer Histaminintoleranz oder erhöhten Histamin-Belastung durch falsche Darmbakterien (Dysbiose), oder durch eine chronische, generalisierte Entzündungskrankheit, z.B. Multiple Sklerose ausgelöst werden.

Schmerzen aufgrund von Stress, körperliche Anspannung oder Schlafstörungen

Wer kennt das nicht! Bei Stress oder chronischen Schlafstörungen steht der ganze Körper unter Anspannung. Solange der Körper diese Anspannung gut kompensieren kann, dann geht es uns gut und wir sind beschwerdefrei. Geht die Kompensationsfähigkeit verloren, da weitere Faktoren zusammen hinzukommen oder weil die Anspannung einfach zu lange anhält, dann kann sich diese körperliche Anspannung über die Wirbelsäule bis hoch zum Schädel und damit zu den Hirnhäuten fortsetzen und wir sind wieder beim oben erläuterten Beispiel.

Therapie – Potpourri an Behandlungsmöglichkeiten

Die Craniosacrale Therapie bzw. Osteopathie beschäftigt sich mit der Neutralisation von Dysfunktionen (Fehlfunktionen) im Körper, damit der Körper entweder wieder ausreichend kompensieren kann oder im besten Fall gar nicht mehr kompensieren muss. Liegt als Ursache der Migräne oder der Kopfschmerzen eine Dysfunktion im Bereich der Hirnhäute vor, dann hat dies ja irgendeine Ursache. Der Craniosacral-Therapeut spürt diese körperlichen Fehlfunktionen innerhalb des Bewegungsapparates, der Wirbelsäule, der inneren Organe oder des Schädels auf und bringt den gesamten Körper wieder in Balance.

Handelt es sich als Ursache der Migräne oder des Kopfweh’s um eine Entzündung im Bereich der Blutgefässe im Gehirn oder um eine neurogene Entzündung, z.B. eine kleine unterschwellige Entzündung in bestimmten Hirnarealen, dann kann diese durch einen ganzheitlichen Ansatz wie bei der kPNI oder der TMC gelöst werden. Mittels orthomolekularer Therapie, Phytotherapeutika und Ernährung lassen sich diese Entzündung gut bekämpfen.

Beeinflussung und Therapie weiterer auslösender Faktoren

Stress, hormonelle Dysbalancen, gestörter Biorhythmus (Schlaf-Wach-Rhythmus), Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Bluthochdruck, Histamin-Intoleranz bzw. erhöhte Histamin-Belastung durch Fehlbesiedlung des Darms mit falschen Darmbakterien etc.. Die Liste der auslösenden Faktoren, den sogenannten Triggern, ist lang und bietet Patienten ein großes Potpourri an Behandlungsmöglichkeiten. Erfahrungsgemäss hat sich eine Kombination verschiedenster Interventionen bewährt.

  1. Schnelle Hilfe bei akuten und chronischen Beschwerden!

    Mit Hilfe von Akupunktur, Craniosacraler-Therapie oder gezielten Massagen, z.B. ayurvedischen Massagen lassen sich akute und chronisch schmerzbedingte Spannungen lösen und somit die Schmerzen lindern.

  2. Ursachenbehandlung, damit den Beschwerden die Grundlage entzogen wird!

    Handelt es sich um eine Entzündung, dann ist herauszufinden woher diese Entzündung kommt, bzw. wie sie sich bekämpfen lässt. Häufig ist hier der Schlüssel zum Erfolg ein ganzheitlicher Ansatz, der im Darm beginnt. Mit Hilfe einer spezifischen Stuhluntersuchung können Rückschlüsse auf etwaige Entzündungen sichtbar gemacht werden, z.B. durch eine erhöhte Histamin-Belastung oder ein generelles Barriereproblem im Körper, was auch die Blut-Hirn-Barriere schwächt. Entsprechend der Ergebnisse gestalten sich dann die Interventionen. Diese können z.B. aus orthomolekularer Therapie kombiniert mit einer spezifischen Darmsanierung und/oder einer Optimierung der Ernährung bestehen.

    Handelt es sich um Dysfunktionen (Fehlfunktionen) innerhalb des Körpers, die zu ungünstigen muskulären bzw. bindegewebigen Spannungszügen führen, die der Körper nicht mehr schafft optimal zu kompensieren, dann können diese Dysfunktionen durch die feinfühlige Wahrnehmung von craniosacralen Therapeuten aufgespürt und behandelt werden.

  3. Auslösende Faktoren minimieren und behandeln!

    Wie oben beschrieben, ist es häufig so, dass bei vielen Arten von Kopfweh und Migräne viele Faktoren zusammen kommen müssen, damit der Schmerz ausgelöst wird. Bei Spannungskopfschmerzen z.B. wird zwingend ein auslösender Faktor wie Stress benötigt. Wirkt kein Stress auf den Körper, dann gibt es auch keine Spannungskopfschmerzen. Also heißt das Zauberwort in diesem Fall Stressmanagement, Mentalcoaching oder Hypnose, je nachdem um was für einen Stress es sich handelt.

    Genauso verhält es sich mit den anderen auslösenden Faktoren. Nahrungsmittelintoleranzen müssen aufgespürt werden und die Ernährung muss entsprechend angepasst werden. Hormonelle Dysbalancen, z.B. wie sie beim prämenstruellen Syndrom (PMS), bei Endometriose oder PCOS vorliegen, müssen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Schlafstörungen und Bluthochdruck müssen reguliert und behandelt werden.

Sie sehen eine erfolgreiche Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne ist geprägt durch ein gut koordiniertes integratives Konzept, in dem Therapeuten und Coaches aus unterschiedlichen Fachbereichen gezielt zusammen arbeiten.

Haben Sie Fragen, dann scheuen Sie nicht uns zu kontaktieren!

Sie erreichen uns telefonisch unter 055 534 76 43, sollten all unsere Therapeuten gerade besetzt sein, dann hinterlassen Sie uns einfach eine Nachricht. Wir rufen gern zurück. Die können aber auch unser Kontaktformular ausfüllen oder uns eine e-mail schreiben.

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